DER Getreidespeicher von taggenbrunn

 

Der spätgotische Getreidespeicher ist historisch gesehen besonders wertvoll: er wurde unter Leonhard von Keutschach erbaut und ist bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten. Laut dendrochronologischem Befund (Jahresringe im Holz) wurde der Speicher um 1510/1512 errichtet und ist bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten. Somit ist das Gebäude zu genau jener Zeit entstanden, als Michelangelo die Gewölbefresken der Sixtinischen Kapelle fertiggestellt hat.

Der Getreidespeicher aus Bruchsteinmauerwerk wurde 2016 von Trecolore Architects zu einer Vinothek mit Veranstaltungsräumen umgebaut. Sein Äußeres blieb dabei weitgehend unverändert; lediglich das steile, stützenlose Schopfwalmdach aus Schieferschindeln wurde erneuert: Gut erhaltene Schindeln wurden wiederverwendet, größtenteils jedoch durch neue ersetzt. Die schmalen, eisenbewerten Schlitzfenster sind bereits im Rahmen einer früheren Sanierung erneuert worden; die Fensterbänke wurden im Zuge der Umgestaltung und Sanierung als Lärchenholzplatten ausgeführt. 170505 trecolore Speicher Taggenbrunn 9

Das spätgotische Tor mit der ursprünglichen Eisentür wurden ebenfalls unverändert belassen. Für die thermische Trennung wurde auf der Innenseite ein verglaster Windfang errichtet. Eine dem Weinberg zugewandte Ringbogenöffnung hingegen wurde zu einem fluchtwegstauglichen Eingangsportal umgebaut. 

 

Einzigartiges Ambiente für Vinothek und veranstaltungsraum

 

Im Inneren des historischen Getreidespeichers wurden die bestehenden, mehr als 500 Jahre alten Holzkonstruktionen in Szene gesetzt und geben der neuen Nutzung als Vinothek und Veranstaltungsraum ein einzigartiges Ambiente. Leider konnten die alten tragenden Stuhlsäulen die Nutzlast der neuen Funktionen nicht übernehmen und eine Stahlkonstruktion zur Entlastung des Mitteltrams wurde notwendig, wobei historische und zeitgemäße Baumaterialien aber in allen Bereichen behutsam aufeinander abgestimmt wurden. Im Veranstaltungssaal des Obergeschosses wurde eine Glasdecke installiert, die den Blick auf die jahrhundertealte Dachstuhlkonstruktion freigibt.

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Die Umsetzung

 

Die Umsetzung des Projektes „Burg Taggenbrunn - Galerie“ wird im Rahmen des Österreichischen Programms für ländliche Entwicklung – Vorhabensart 19.2.1 gefördert. Der Förderbetrag in Höhe von € 98.936,76 setzt sich aus Mitteln von Bund, Land und der Europäischen Union zusammen.

 

 

Verweise:
Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus: https://www.bmnt.gv.at/land/laendl_entwicklung/leader.html
EU-Kommission: http://ec.europa.eu/agriculture/rural-development-2014-2020/index_de.htm
Land Kärnten: http://www.ktn.gv.at/27987_DE